Samstag, 14. November 2015
Safari Kenia
nessi7, 00:14h
Liebe Verena, August 2012
ich war diesen Sommer 2 Wochen in Kenia und habe dort auch eine 3tägige Safari gemacht. Dabei wollte ich dir von einem Elefanten erzählen:
Auf unserer 1. Pirschfahrt, gleich am Abend der Ankunft, sahen wir viele Tiere in Herden. Ein Elefant aber war ganz allein und abgemagert. Er stand nur auf 3 Beinen. (Ich versuche mal nachher ein Foto für dich von ihm anzuhängen.)

Unser Guide sagte uns, dass er krank sei und dass er nicht laufen kann. Somit wird er wohl bald verhungern und sterben. Er tat mir sehr leid.
Wir fuhren dann zurück zu unserem Camp. Am nächsten Morgen lag dort am Wasserloch ein sterbender Elefant, der nicht mehr aufstehen konnte. Ich wusste, dass es der Elefant vom Vorabend war, fragte mich aber wie er noch den Weg bis dorthin zurück gelegt habe, weil es ziemlich weit war und wie er so schnell nun sterben sollte, weil gestern stand er immerhin noch.
Ein Angestellter vom Camp erzählte mir, dass dieser Elefant vor ca. 3 Wochen von einem Giftpfeil angeschossen worden wäre und dass der Tierarzt ihn schon versorgt habe (er zeigte mir auch ein paar Fotos auf denen zu sehen war wie der Giftpfeil im Bein des Elefanten steckte), es aber offensichtlich nichts genutzt habe, weil das Gift schon zu sehr in die Blutbahn gedrungen war. Das waren entweder Wilderer, die die Stoßzähne des Elefanten haben wollten (und ich denke, dass es welche waren) oder sagte mir der Angestellte, dass es auch einheimische Massai gewesen sein können, wenn der Elefant in deren Gebiet eingedrungen war.
Jedenfalls beobachtete ich den Elefanten mit einem Fernglas vom Hochstand aus. Er bewegte ab und zu noch mal ein Bein. Ansonsten lag er flach auf dem Boden. Es kamen mehrere Elefantenherden zu dem Wasserloch und tranken dort. Danach verließen sie wieder das Wasserloch. Dann kam eine Elefantenherde, (und ich nehme an, dass es seine Herde war). Die Elefanten stellten sich alle um den sterbenden Elefanten und stupsten ihn mit ihren Rüsseln an, dass er doch aufstehen sollte. Aber er konnte nicht mehr aufstehen. Dann standen sie wie zur Andacht um ihn herum und jammerten. Nach einer Weile ließen sie ihn allein. Sie hatten ihn verabschiedet und gingen fort. Sie wussten sicher, dass er morgen nicht mehr leben würde, wenn sie wieder kämen.
Dann kam ein Jeep mit ca. 10 Männern. Dieser Jeep trug die Aufschrift "Vier Pfoten". Die Männer waren mit Gewehren bewaffnet . Sie stiegen aus und stellten sich zum Schutz des danach aussteigenden Tierarztes um den Elefanten. Dieser untersuchte ihn und ich hörte im Nachhinein von dem Angestellten im Camp, dass der TA ihm eine Spritze gegen die Schmerzen gegeben hatte.
Leider habe ich persönlich niemanden von der Organisation "Vier Pfoten" gesehen. Eigentlich wollte ich ja mal mit ihnen sprechen über ihre Tätigkeit und auch, weil ich ja schon öfter mich an ihren Aktionen beteiligt hatte und ihren Newsletter ab und zu mal lese.
Ja, ich weiß nicht, wann der Elefant gestorben ist. Jedenfalls waren in der Nacht dann schon Löwen da, die wohl nachsehen wollten, ob sie ihn schon reißen und fressen können. Sie haben am Wasserloch nachts lautstark gebrüllt und sind wie ich (Gott sei dank erst am nächsten Nachmittag erfuhr) direkt an meinem Zelt vorbei gegangen. Aber sie hatten ja kein Interesse an mir, sie wollten ja den toten Elefanten fressen. Jedenfalls konnte ich in der darauffolgenden Nacht kaum einschlafen. Ich kann in der Wildnis nicht die Schreie der Löwen von denen der Elefanten unterscheiden. Im Zoo ist das ja so einfach. Aber dort klingt es gleich. Ich hatte auch am 1. Abend zum Abendessen 2 Flaschen Bier getrunken, weil es mir nicht so einerlei war allein im Zelt Nr. 1 direkt am Busch ohne Schutzzaun und nur unter der Aufsicht der Wächter dort zu schlafen. Aufgrund des Bieres war ich nachts 2 Mal auf Toilette und nach dem 2. Mal konnte ich nicht mehr einschlafen wegen der lauten Tierschreie. Ich beruhigte mich und sagte mir, dass das die Elefanten sind, die ca. 300 m von mir am Wasserloch übernachten. Aber wie sich dann herraussstellte, waren es doch die beiden langmähnigen Löwen, die direkt an meinem Zelt vorbei gingen.

Außerdem gibt es ja auch noch viele viele andere Laute wie z. B. die der Wasserböcke, Springböcke, der zahlreichen Gazellen und Affen, die direkt vor die Zeltöffnung kommen. Bei meinen Nachbarn im Zelt hatte ein Affe sogar selbst das Zelt geöffnet und war herein gekommen und hatte deren Waschzeug durchwühlt. Am nächsten Tag lief sogar schon eine Hyäne um den sterbenden Elefanten. So radikal geht das da zu. Man weiß das ja . Aber es ist noch mal anders, wenn man das selber erlebt. Es waren ja nur zweieinhalb Tage. Aber es war für mich so emotional beeindruckend, dass ich es nie vergessen werde. Vor allem auch habe ich lange Zeit vom Restaurant aus oder von meinem Zelt aus die Tiere, vor allem die Elefantenherden einfach nur beobachtet. Sie strahlen soooo eine Harmonie aus. Jeder hat seine Aufgabe dort. Eine Elefantenherde ist noch mal in einzelne Familien unterteilt. Dann gibt es auch Wächter, die die ständig auf Ausguck sind und die ganze Herde beschützen und ich habe auch festgestellt, dass jede Herde immer nur ein ganz kleines Elefantenbaby hat. Die Sonne und wie sie sich bewegen machten mich soooo ruhig und so in die Natur eingepasst und sie scheinen dort nachdem sie sich am Wasserloch mit ausreichend Wasser bespritzt haben und sich mit Sand beworfen haben, gänzlich rot, weil die Erde dort rot ist. So einen roten holzgeschnitzten Elefanten habe ich mir auch gekauft. Ich sagte zu dem Angestellten vom Camp so mehr aus Spaß, dass ich ganz gern mal mit dem Baby spielen würde und er antwortete mir, dass er mir garantieren kann, dass ich dann die letzten 10 Sekunden noch am Leben sei. Dann solle ich noch eher mit dem alten Elefantenbullen spielen.
Jedenfalls lag ich in der darauffolgenden Nacht sehr wachsam in meinem Bett im Zelt. Ich konnte erst gar nicht einschlafen. Immer erwartete ich wieder die Löwen und stellte mir vor wie sie mein Zelt passieren. Sicher haben sie das auch gemacht. Es gab jedenfalls wahnsinnig viel Leben nachts und laute Schreie dort und ich lag etwas furchtsam und sehr sehr wachsam in meinem Bett. Ich hatte mein Gehör so geschärft, dass ich schon von weit her die Schritte des Wächters hören konnte, also Menschenschritte. Auch kann man dann die Schritte der Gazellen und der Wasserböcke oder Affen unterscheiden. Man schläft nicht so richtig. Man ist mehr so auf der Hut. So habe ich einen Einblick gekommen wie es wäre, wenn man ständig in freier Wildbahn leben müsste und auch draußen und nicht von einem Haus geschützt schlafen müsste. So ergeht es eben den wilden Tieren tagein tagaus.
ich war diesen Sommer 2 Wochen in Kenia und habe dort auch eine 3tägige Safari gemacht. Dabei wollte ich dir von einem Elefanten erzählen:
Auf unserer 1. Pirschfahrt, gleich am Abend der Ankunft, sahen wir viele Tiere in Herden. Ein Elefant aber war ganz allein und abgemagert. Er stand nur auf 3 Beinen. (Ich versuche mal nachher ein Foto für dich von ihm anzuhängen.)

Unser Guide sagte uns, dass er krank sei und dass er nicht laufen kann. Somit wird er wohl bald verhungern und sterben. Er tat mir sehr leid.
Wir fuhren dann zurück zu unserem Camp. Am nächsten Morgen lag dort am Wasserloch ein sterbender Elefant, der nicht mehr aufstehen konnte. Ich wusste, dass es der Elefant vom Vorabend war, fragte mich aber wie er noch den Weg bis dorthin zurück gelegt habe, weil es ziemlich weit war und wie er so schnell nun sterben sollte, weil gestern stand er immerhin noch.
Ein Angestellter vom Camp erzählte mir, dass dieser Elefant vor ca. 3 Wochen von einem Giftpfeil angeschossen worden wäre und dass der Tierarzt ihn schon versorgt habe (er zeigte mir auch ein paar Fotos auf denen zu sehen war wie der Giftpfeil im Bein des Elefanten steckte), es aber offensichtlich nichts genutzt habe, weil das Gift schon zu sehr in die Blutbahn gedrungen war. Das waren entweder Wilderer, die die Stoßzähne des Elefanten haben wollten (und ich denke, dass es welche waren) oder sagte mir der Angestellte, dass es auch einheimische Massai gewesen sein können, wenn der Elefant in deren Gebiet eingedrungen war.
Jedenfalls beobachtete ich den Elefanten mit einem Fernglas vom Hochstand aus. Er bewegte ab und zu noch mal ein Bein. Ansonsten lag er flach auf dem Boden. Es kamen mehrere Elefantenherden zu dem Wasserloch und tranken dort. Danach verließen sie wieder das Wasserloch. Dann kam eine Elefantenherde, (und ich nehme an, dass es seine Herde war). Die Elefanten stellten sich alle um den sterbenden Elefanten und stupsten ihn mit ihren Rüsseln an, dass er doch aufstehen sollte. Aber er konnte nicht mehr aufstehen. Dann standen sie wie zur Andacht um ihn herum und jammerten. Nach einer Weile ließen sie ihn allein. Sie hatten ihn verabschiedet und gingen fort. Sie wussten sicher, dass er morgen nicht mehr leben würde, wenn sie wieder kämen.
Dann kam ein Jeep mit ca. 10 Männern. Dieser Jeep trug die Aufschrift "Vier Pfoten". Die Männer waren mit Gewehren bewaffnet . Sie stiegen aus und stellten sich zum Schutz des danach aussteigenden Tierarztes um den Elefanten. Dieser untersuchte ihn und ich hörte im Nachhinein von dem Angestellten im Camp, dass der TA ihm eine Spritze gegen die Schmerzen gegeben hatte.
Leider habe ich persönlich niemanden von der Organisation "Vier Pfoten" gesehen. Eigentlich wollte ich ja mal mit ihnen sprechen über ihre Tätigkeit und auch, weil ich ja schon öfter mich an ihren Aktionen beteiligt hatte und ihren Newsletter ab und zu mal lese.
Ja, ich weiß nicht, wann der Elefant gestorben ist. Jedenfalls waren in der Nacht dann schon Löwen da, die wohl nachsehen wollten, ob sie ihn schon reißen und fressen können. Sie haben am Wasserloch nachts lautstark gebrüllt und sind wie ich (Gott sei dank erst am nächsten Nachmittag erfuhr) direkt an meinem Zelt vorbei gegangen. Aber sie hatten ja kein Interesse an mir, sie wollten ja den toten Elefanten fressen. Jedenfalls konnte ich in der darauffolgenden Nacht kaum einschlafen. Ich kann in der Wildnis nicht die Schreie der Löwen von denen der Elefanten unterscheiden. Im Zoo ist das ja so einfach. Aber dort klingt es gleich. Ich hatte auch am 1. Abend zum Abendessen 2 Flaschen Bier getrunken, weil es mir nicht so einerlei war allein im Zelt Nr. 1 direkt am Busch ohne Schutzzaun und nur unter der Aufsicht der Wächter dort zu schlafen. Aufgrund des Bieres war ich nachts 2 Mal auf Toilette und nach dem 2. Mal konnte ich nicht mehr einschlafen wegen der lauten Tierschreie. Ich beruhigte mich und sagte mir, dass das die Elefanten sind, die ca. 300 m von mir am Wasserloch übernachten. Aber wie sich dann herraussstellte, waren es doch die beiden langmähnigen Löwen, die direkt an meinem Zelt vorbei gingen.

Außerdem gibt es ja auch noch viele viele andere Laute wie z. B. die der Wasserböcke, Springböcke, der zahlreichen Gazellen und Affen, die direkt vor die Zeltöffnung kommen. Bei meinen Nachbarn im Zelt hatte ein Affe sogar selbst das Zelt geöffnet und war herein gekommen und hatte deren Waschzeug durchwühlt. Am nächsten Tag lief sogar schon eine Hyäne um den sterbenden Elefanten. So radikal geht das da zu. Man weiß das ja . Aber es ist noch mal anders, wenn man das selber erlebt. Es waren ja nur zweieinhalb Tage. Aber es war für mich so emotional beeindruckend, dass ich es nie vergessen werde. Vor allem auch habe ich lange Zeit vom Restaurant aus oder von meinem Zelt aus die Tiere, vor allem die Elefantenherden einfach nur beobachtet. Sie strahlen soooo eine Harmonie aus. Jeder hat seine Aufgabe dort. Eine Elefantenherde ist noch mal in einzelne Familien unterteilt. Dann gibt es auch Wächter, die die ständig auf Ausguck sind und die ganze Herde beschützen und ich habe auch festgestellt, dass jede Herde immer nur ein ganz kleines Elefantenbaby hat. Die Sonne und wie sie sich bewegen machten mich soooo ruhig und so in die Natur eingepasst und sie scheinen dort nachdem sie sich am Wasserloch mit ausreichend Wasser bespritzt haben und sich mit Sand beworfen haben, gänzlich rot, weil die Erde dort rot ist. So einen roten holzgeschnitzten Elefanten habe ich mir auch gekauft. Ich sagte zu dem Angestellten vom Camp so mehr aus Spaß, dass ich ganz gern mal mit dem Baby spielen würde und er antwortete mir, dass er mir garantieren kann, dass ich dann die letzten 10 Sekunden noch am Leben sei. Dann solle ich noch eher mit dem alten Elefantenbullen spielen.
Jedenfalls lag ich in der darauffolgenden Nacht sehr wachsam in meinem Bett im Zelt. Ich konnte erst gar nicht einschlafen. Immer erwartete ich wieder die Löwen und stellte mir vor wie sie mein Zelt passieren. Sicher haben sie das auch gemacht. Es gab jedenfalls wahnsinnig viel Leben nachts und laute Schreie dort und ich lag etwas furchtsam und sehr sehr wachsam in meinem Bett. Ich hatte mein Gehör so geschärft, dass ich schon von weit her die Schritte des Wächters hören konnte, also Menschenschritte. Auch kann man dann die Schritte der Gazellen und der Wasserböcke oder Affen unterscheiden. Man schläft nicht so richtig. Man ist mehr so auf der Hut. So habe ich einen Einblick gekommen wie es wäre, wenn man ständig in freier Wildbahn leben müsste und auch draußen und nicht von einem Haus geschützt schlafen müsste. So ergeht es eben den wilden Tieren tagein tagaus.
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